Die Geschichte des Reiki
Reiki gibt es seit vielen tausend Jahren und ist unter jeweils anderen Namen in den verschiedensten Kulturen als Synonym für eine Kraft verankert, die alles Sichtbare hervorbringt, beseelt und belebt.
Die Entwicklung des Usui Reiki-Systems, wie es heute im Westen angewendet wird, noch relativ jung und sie ist eng mit einem Mann und dessen Leben verknüpft: Mikao Usui!
Mikao Usui wurde Mitte August 1865 in Yago geboren, einem Dorf in der japanischen Provinz Gifu. Usui heiratete Sadako Suzuki und hatte gemeinsam mit ihr zwei Kinder, eine Tochter sowie einen Sohn. Der Sohn übernahm nach Usuis Tod das Familienunternehmen.
Trotz seiner "weltlichen" Karriere (Privatsekretär, Journalist, Geschäftsmann) war Usui schon früh an esoterischen Hintergründen interessiert. So sollen Reisen nach Europa, Amerika und China dem Studium der Medizin, Psychologie, Religion und Esoterik gedient haben. Zudem war Usui Mitglied der Rei Jyutsu Ka, einem Zirkel, der sich der Entwicklung von spirituellen Fähigkeiten widmete. Der Zirkel unterhielt westlich von Kyoto am Fusse des Kurumayamas ein Zentrum.
Um Usuis grosse Lebenswende gibt es verschiedene Geschichten. Alle sind sich jedoch einig darin, dass Usui 1914 in eine Lebenskrise geriet. Um aus dieser Krise heraus zu finden, zog sich Usui einige Wochen zurück, um auf dem nahe gelegenen Kuruma Berg zu meditieren. Auf diesem Berg steht eine Tempelanlage, die bereits von zahlreichen Kaisern und japanischen Berühmtheiten für die Meditation aufgesucht wurde. Möglicherweise hat Usui dort an einem von den Mönchen angebotenen 21-tägigen Exkurs teilgenommen, der aus Meditation, Gesängen, Fasten und Gebeten besteht.
Während dieser 21-tägigen Meditaion empfing Usui die Reiki-Energie und war anschliessend in der Lage, diese an andere weiter zu geben. Was genau auf diesem Berg geschah, kann heute niemand mehr genau sagen. Auf jeden Fall nahm Usuis Leben eine neue Wendung, da er nun über etwas verfügte, das er anderen weiter geben konnte und das diesen gut tat.
Zuerst praktizierte Usui das Reiki nur in kleinem Kreis. Er behandelte zuerst sich selbst, dann seine Familie und merkte, dass Reiki "bei den verschiedensten Leiden gut anschlug" (Grabsteininschrift). Usui ging dann in die Armenviertel von Kyoto und begann, Reiki an die Obdachlosen weiter zu geben. Er behandelte kranke Bettler und sie wurden von ihren Symptomen geheilt. Danach sandte er sie zu einem Zentempel, wo sie sich auf eine bürgerliche Existenz vorbereiten konnten.
Nach einiger Zeit beschloss Usui, in die Slums zurück zu gehen, um die Ergebnisse seiner Arbeit zu überprüfen. Dort musste er jedoch feststellen, dass die einst Geheilten wieder in die Slums zurückgekehrt waren. Die Obdachlosen empfanden es als Bürde, für ihr eigenes Leben Verantwortung zu übernehmen. Betteln war halt entschieden einfacher.
Usui war schockiert und musste sich beschämt eingestehen, dass er nichts bewirkt hatte. Für ihn war diese Erfahrung schmerzhaft - und doch führte sie zu einer einschneidenden Veränderung seiner Reiki-Lehre.
Usui folgerte, dass physische Probleme wie Krankheit und Armut nur Symptome sind, deren Ursache in der geistigen Natur zu finden sind. Einstellungen, Überzeugungen und das persönliche Weltbild müssen sich erst wandeln, bevor sich die aus ihnen hervorgegangenen materiellen Symptome nachhaltig ändern können.
Als weitere Ursache für das Debakel machte Usui fehlende Dankbarkeit aus. Keiner der Bettler hatte erkannt, wie wertvoll das Geschenk war, das er ihnen gemacht hatte.
Somit begann Usui sein Heilsystem durch eine mentale und spirituelle Ebene zu erweitern. Zudem begann er für seine bis dahin kostenlosen Behandlungen Geld zu nehmen. Ganz getreu dem Motto, dass etwas nur dann als wertvoll angesehen wird, wenn dafür bezahlt werden muss.
Sieben Jahre nach seinem Erlebnis auf dem Kuruma Berg und durch langjährige Erfahrungen mit der universellen Energie innerlich gewachsen, begann Usui sein Reiki Heilsystem öffentlich zu lehren...
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